KI · · 7 Min. Lesezeit

KI-Weiterbildung: Kurs, Workshop oder Selbststudium?

Welche KI-Weiterbildung passt: offene Kurse, Workshops im Betrieb oder kostenlose Online-Kurse. Mit Entscheidungshilfe und Hinweisen zur Förderung.

Miniatur-Diorama: von einem Wegweiser mit grünen Schildern führen drei Wege zu einem kleinen Hörsaal, einem Gruppentisch mit Haftnotizen und einem Lesesessel mit Bücherstapel

Titelbild: KI-generiert

Eine gute KI-Weiterbildung ist die, nach der Sie oder Ihr Team KI für die eigenen Aufgaben nutzen, nicht die mit dem schönsten Zertifikat. Drei Formate stehen zur Wahl: offene Kurse, etwa an der Volkshochschule oder bei der IHK, Workshops im eigenen Betrieb und Selbststudium mit kostenlosen Online-Kursen. Für Einzelne, die einsteigen wollen, reicht oft ein offener Kurs. Für Teams ist ein Workshop mit den eigenen Werkzeugen und Aufgaben meist wirksamer. Ich unterrichte seit Herbst 2024 an der vhs Wasserburg, in über 20 Kursen mit mehr als 130 Menschen, und schule Teams in Unternehmen. Beide Formate haben ihren Platz.

Drei Formate im Überblick

Offene Kurse. Volkshochschulen, IHKs und private Anbieter haben KI-Kurse im Programm, von zwei Stunden bis zu mehreren Tagen. Vorteil: günstig, gemischte Gruppen, man lernt nebenbei, wie andere KI nutzen. Nachteil: Die Beispiele passen nicht immer zum eigenen Beruf, und die Werkzeuge sind oft andere als im Betrieb.

Workshops im Betrieb. Ein Tag mit dem eigenen Team, den eigenen Werkzeugen und Aufgaben aus dem Alltag. Vorteil: Am Ende hat jede Person KI für eine echte Aufgabe genutzt, und die Regeln für den Betrieb stehen fest. Nachteil: teurer pro Person, braucht ein Vorgespräch.

Selbststudium. Kostenlose Online-Kurse wie die des KI-Campus oder „Elements of AI“ der Universität Helsinki vermitteln Grundlagen in eigenem Tempo. Vorteil: kostenlos, flexibel. Nachteil: Wer allein lernt, übt selten mit den eigenen Aufgaben und braucht Disziplin, um dranzubleiben.

Welches Format passt zu Ihnen

Entscheidungshilfe

Kurs, Workshop oder Selbststudium? Drei Fragen

Beantworten Sie die Fragen für sich selbst oder für Ihr Team.

  1. Frage 1 von 3Für wen ist die Weiterbildung?
  2. Frage 2 von 3Was soll am Ende stehen?
  3. Frage 3 von 3Wie lernen Sie am liebsten?

Beantworten Sie alle 3 Fragen, dann erscheint die Empfehlung.

Was Sie über Zertifikate wissen sollten

Viele Anbieter werben mit Zertifikaten, manche unter Namen wie „KI-Führerschein“. Diese Begriffe sind nicht geschützt, jeder Anbieter legt Inhalt und Umfang selbst fest. Für Artikel 4 der KI-Verordnung, der seit Februar 2025 Maßnahmen für die KI-Kompetenz der Beschäftigten verlangt und seit Juli 2026 in einer neuen Fassung gilt, ist kein Zertifikat nötig. Die EU-Kommission schreibt dazu in ihren Fragen und Antworten ausdrücklich, dass es kein Zertifikat braucht und eine interne Dokumentation der Schulungen reicht. Auch die Bundesnetzagentur sieht keine Zertifizierungspflicht.

Förderung: was geht und was nicht

Die Bundesagentur für Arbeit fördert Weiterbildung von Beschäftigten nach § 82 SGB III. Kleine Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten müssen sich dabei an den Kursgebühren nicht beteiligen, dazu kommen Zuschüsse zum Lohn. Der Haken: Gefördert werden nur zugelassene Maßnahmen mit mehr als 120 Stunden. Die meisten KI-Kurse und Workshops sind deutlich kürzer und fallen damit heraus. Einige Bundesländer haben eigene Programme, in Bayern etwa das Programm „Betriebliche Weiterbildung“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Die Bedingungen ändern sich, fragen Sie vor der Buchung bei der Arbeitsagentur, der IHK oder der Förderberatung Ihres Landes nach.

Woran Sie ein gutes Angebot erkennen

  • Übung vor Folien: Mehr als die Hälfte der Zeit sollte geübt werden.
  • Die richtigen Werkzeuge: Geschult wird mit dem, was Sie nutzen dürfen.
  • Datenschutz kommt vor: als Regelwerk, nicht als Abschreckung.
  • Eine kleine Gruppe: Bei Übungen braucht jede Person Zeit für Fragen.
  • Ein Plan für danach: Wer nach dem Kurs nicht weiterübt, vergisst schnell.

Wo jede Weiterbildung an Grenzen stößt

Ein Kurs schafft Verständnis, keine Routine. Routine entsteht erst, wenn KI im Alltag genutzt wird, mit klaren Regeln und jemandem, den man fragen kann. Planen Sie deshalb nach der Weiterbildung feste Anlässe zum Üben ein: eine Aufgabe pro Woche, die bewusst mit KI erledigt wird.

So fangen Sie an

Schreiben Sie auf, wer in Ihrem Betrieb KI nutzt oder nutzen soll und für welche Aufgaben. Mit dieser Liste wählen Sie das Format: Einzelne in offene Kurse oder ins Selbststudium, Teams in einen gemeinsamen Workshop.

Wenn Sie einen Workshop für Ihr Team suchen: Meine KI-Schulung für Unternehmen dauert sechs Stunden, läuft virtuell oder bei Ihnen vor Ort und richtet sich nach Ihren Aufgaben. Wie meine offenen Kurse an der Volkshochschule aussehen, steht in der Referenz zu den vhs-Kursen.

Häufige Fragen

Welche KI-Weiterbildung ist sinnvoll?

Für Einzelne, die einsteigen wollen, reichen oft ein offener Kurs oder ein kostenloser Online-Kurs. Für Teams lohnt sich ein Workshop im Betrieb, der mit den eigenen Werkzeugen und Aufgaben arbeitet. Wichtiger als das Format ist, dass danach geübt wird.

Gibt es kostenlose KI-Kurse?

Ja. Der KI-Campus bietet kostenlose Online-Kurse auf Deutsch an, ebenso der Kurs „Elements of AI“ der Universität Helsinki, jeweils mit Teilnahmebescheinigung. Für die Arbeit mit den eigenen Werkzeugen im Betrieb ersetzen sie keinen Workshop, sind aber ein guter Einstieg.

Wird KI-Weiterbildung gefördert?

Die Bundesagentur für Arbeit fördert Weiterbildung von Beschäftigten nach § 82 SGB III, allerdings nur für zugelassene Maßnahmen mit mehr als 120 Stunden. Die meisten kurzen KI-Kurse und Workshops fallen deshalb nicht darunter. Einige Bundesländer haben eigene Programme. Fragen Sie bei der Arbeitsagentur oder der IHK nach.

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