Eine gute KI-Schulung für Mitarbeitende ist kein Vortrag über die Zukunft. Am Ende des Tages hat jede Person im Team KI für eine eigene Aufgabe genutzt, weiß, welche Daten wohin dürfen, und kann ein Ergebnis prüfen. Dafür braucht es Grundlagen, viel Übung mit echten Aufgaben aus dem Betrieb und klare Regeln. Was Sie sich sparen können: lange Folienstrecken, Werkzeug-Shows ohne Bezug zum Alltag und teure Zertifikate, die das Gesetz nicht verlangt. Ich schule seit Herbst 2024 an der vhs Wasserburg, in über 20 Kursen mit mehr als 130 Menschen, und für Teams in Unternehmen.
Was ein guter Schulungstag enthält
Grundlagen, so viel wie nötig. Wie ein Sprachmodell zu seinen Antworten kommt und warum es überzeugend klingende Fehler macht. Wer das einmal verstanden hat, prüft Ergebnisse von allein kritischer. Dafür reicht eine Stunde, nicht ein halber Tag.
Gute Anweisungen. Der größte Hebel im Alltag. Wer beschreibt, wer er ist, was er braucht, für wen das Ergebnis ist und wie es aussehen soll, bekommt brauchbare Antworten. Das lässt sich üben, und es macht Spaß, wie das Duell unten zeigt.
Eigene Aufgaben. Die Übungen kommen aus dem Betrieb: die E-Mail an den schwierigen Kunden, das Protokoll der letzten Besprechung, die Tabelle mit den Monatszahlen. Deshalb frage ich im Vorgespräch, welche Aufgaben heute am meisten Zeit kosten.
Datenschutz und Regeln. Welche Werkzeuge sind im Betrieb erlaubt? Was darf hinein, was nicht? Kundendaten, Personalakten und Verträge gehören nicht in jedes Werkzeug. Diese Regeln passen auf eine Seite und sollten am Ende des Tages feststehen.
Prüfen. Quellen nachschlagen, Zahlen gegenrechnen, Ergebnisse nicht ungelesen weitergeben. Klingt selbstverständlich, ist es im Alltag aber nicht.
Grenzen. Wo KI nicht hilft und wo ein Mensch entscheiden muss. Dieser Teil sorgt dafür, dass die Begeisterung nach der Schulung nicht in den ersten peinlichen Fehler mündet.
Was Sie sich sparen können
- Der große Zukunftsvortrag. Interessant, aber am Montag danach schreibt niemand eine bessere E-Mail.
- Zwanzig Werkzeuge in drei Stunden. Ein Team braucht zwei oder drei Werkzeuge, die erlaubt sind und gut beherrscht werden.
- Prompt-Bibliotheken zum Abschreiben. Fertige Vorlagen helfen kurz. Wer verstanden hat, warum eine Anweisung funktioniert, schreibt bessere eigene.
- Teure Zertifikate. Die KI-Verordnung verlangt kein Zertifikat. Eine interne Dokumentation reicht.
Probieren Sie es aus: das Prompt-Duell
Gute Anweisungen sind der Teil, den Teilnehmende am schnellsten im Alltag spüren. Welche der beiden Anweisungen bringt jeweils das bessere Ergebnis?
Mitmachen
Prompt-Duell: Welche Anweisung gewinnt?
Vier Runden, je zwei Anweisungen für dieselbe Aufgabe. Wählen Sie die, die das brauchbarere Ergebnis liefert.
Schulung anfragen 30 Minuten Vorgespräch, kostenlos. Ihr Ergebnis steht schon in der Nachricht.
Woran Sie ein gutes Angebot erkennen
- Es gibt ein Vorgespräch. Wer ohne Vorgespräch schult, kennt Ihre Aufgaben nicht.
- Übungsanteil vor Folienanteil. Fragen Sie nach dem Ablauf. Mehr als die Hälfte der Zeit sollte geübt werden.
- Werkzeuge passen zu Ihnen. Geschult wird mit den Werkzeugen, die Ihr Betrieb nutzt oder nutzen darf, nicht mit denen, die der Trainer am liebsten mag.
- Datenschutz kommt vor. Nicht als Abschreckung, sondern als Regelwerk, mit dem das Team arbeiten kann.
- Die Gruppe ist klein genug. Bei Übungen braucht jede Person Zeit für Fragen.
Dokumentation für Artikel 4
Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 der KI-Verordnung von Betrieben, die KI nutzen, Maßnahmen für die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten. Seit dem 27. Juli 2026 gilt der Artikel in einer neuen Fassung. Ein Zertifikat ist nicht vorgeschrieben. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, die Maßnahmen zu dokumentieren: welche Art von Schulung, welcher Umfang, wann und wer teilgenommen hat. Eine interne Liste reicht. Was die Pflicht genau verlangt, steht im Artikel zur KI-Kompetenzpflicht.
Wo eine Schulung nicht reicht
Ein Tag schafft Verständnis und erste Routine. Er ersetzt nicht die Übung danach. Planen Sie eine kurze Auffrischung, wenn neue Werkzeuge dazukommen oder neue Leute anfangen. Und wenn das Team nach der Schulung merkt, dass bestimmte Aufgaben immer gleich ablaufen, ist das oft der Moment, sie zu automatisieren statt jedes Mal neu anzuweisen.
So fangen Sie an
Fragen Sie diese Woche in Ihrem Team: Wer nutzt welches KI-Werkzeug wofür, und welche Aufgabe kostet am meisten Zeit? Mit diesen Antworten wissen Sie, was eine Schulung abdecken muss, und können Angebote vergleichen.
Wenn Sie Unterstützung möchten: Meine KI-Schulung für Unternehmen dauert sechs Stunden, läuft virtuell oder bei Ihnen vor Ort und richtet sich nach den Aufgaben Ihres Teams.