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Alternativtexte schreiben: Regeln, Beispiele und was KI kann

Gute Alternativtexte beschreiben, was ein Bild für die Seite bedeutet. Die Regeln des W3C verständlich erklärt, mit Quiz an echten Bildern und Blick auf KI.

Miniatur-Diorama: auf einem großen Foto einer Wiese mit Haus beschreibt eine winzige Figur das Bild in ein Mikrofon, eine zweite hört mit geschlossenen Augen zu, eine dritte beschriftet ein Etikett

Titelbild: KI-generiert

Ein guter Alternativtext beschreibt nicht, was auf einem Bild zu sehen ist, sondern was das Bild für die Seite bedeutet. Ein Foto von einem Huhn kann auf der Website eines Bio-Hofs für Freilandhaltung stehen und in einem Kochblog für ein Rezept. Der Alternativtext ist das, was ein Screenreader vorliest, wenn jemand das Bild nicht sehen kann. Er steht im Code und ist ein Pflichtbestandteil barrierefreier Websites nach WCAG 2.2, Kriterium 1.1.1. Die Regeln dafür passen auf eine Seite, das W3C hat sie in einem Entscheidungsbaum zusammengefasst. Das Schwierigste daran ist nicht das Schreiben, sondern die Entscheidung, welche Art Bild man vor sich hat.

Die Regeln in fünf Fällen

Das W3C unterscheidet Bilder nach ihrer Aufgabe:

  1. Informative Bilder tragen eine Aussage. Der Alternativtext gibt diese Aussage kurz wieder.
  2. Dekorative Bilder sind Schmuck ohne Information. Sie bekommen einen leeren Alternativtext, damit Screenreader sie überspringen.
  3. Funktionale Bilder sind Links oder Knöpfe, etwa eine Lupe im Suchfeld. Der Alternativtext beschreibt die Funktion, also „Suchen“, nicht das Aussehen.
  4. Bilder von Text, etwa ein Schriftzug als Grafik. Der Alternativtext enthält denselben Text.
  5. Komplexe Bilder wie Diagramme oder Ablaufgrafiken. Ein kurzer Alternativtext sagt, was es ist, die ausführliche Information steht im Text der Seite.

Eine feste Längenbegrenzung nennt das W3C nicht. Die oft zitierten 125 Zeichen stammen nicht aus den Richtlinien. Meist reicht ein Satz.

Was einen guten Alternativtext ausmacht

  • Der Zusammenhang zählt. Dasselbe Bild kann auf zwei Seiten zwei verschiedene Alternativtexte brauchen.
  • Kein „Bild von“. Screenreader sagen ohnehin an, dass ein Bild folgt.
  • Keine Schlüsselwörter stapeln. Ein Alternativtext ist kein Platz für Suchmaschinenoptimierung.
  • Das Wichtigste zuerst. Wer zuhört, entscheidet nach wenigen Wörtern, ob es weitergeht.
  • Besondere Bildarten kennzeichnen. Auf dieser Website beginnen Alternativtexte von Bildschirmfotos mit „Screenshot:“ und von KI-Bildern in Referenzen mit „KI-Bild:“. So wissen auch Menschen, die das Bild nicht sehen, woran sie sind.

Testen Sie sich selbst

Die Bilder stammen aus echten Projekten auf dieser Website. Welcher Alternativtext passt jeweils am besten?

Mitmachen

Welcher Alternativtext passt?

Fünf Fälle, drei mit Bild. Achten Sie jeweils auf den Zusammenhang.

  1. Fall 1 von 5Website eines Bio-Hofs, Abschnitt über die Haltung der Tiere. Foto zur Frage: eine Henne vor einem Hofgebäude
  2. Fall 2 von 5Vorher-Nachher bei einem Bilderbuch-Start-up: das Foto, aus dem das Buch entsteht. Foto zur Frage: ein Plüschtier auf einem Holzboden
  3. Fall 3 von 5Bericht über ein Meetup, das erste Bild unter der Überschrift. Foto zur Frage: drei Personen vor einem großen Bildschirm, die mittlere spricht zum Publikum
  4. Fall 4 von 5Ein Lupen-Symbol ist der einzige Inhalt des Suchknopfs.
  5. Fall 5 von 5Eine dekorative Wellenlinie trennt zwei Abschnitte.

Was KI dabei kann und was nicht

Sprachmodelle beschreiben Bilder inzwischen recht zuverlässig. Für Websites mit Hunderten Produktbildern ist das eine echte Hilfe: Die KI liefert einen ersten Entwurf, ein Mensch prüft und passt an.

Was die KI nicht weiß: wofür das Bild auf dieser Seite steht. Sie kann nicht entscheiden, ob ein Bild dekorativ ist oder eine Aussage trägt, und sie beschreibt einen Suchknopf als Lupe. Das W3C hat zu KI-generierten Alternativtexten keine eigene Empfehlung veröffentlicht. Es bleibt bei der Grundregel: Wer die Seite verantwortet, entscheidet über den Zweck eines Bildes. KI-Entwürfe sind deshalb ein Anfang, kein Ergebnis.

Wo die Regeln an Grenzen stoßen

Manche Bilder lassen sich nicht in einem Satz beschreiben: ein Organigramm, eine Infografik, ein Bauplan. Dann gehört die Information in den Text der Seite, etwa als Liste, und der Alternativtext verweist darauf. Und bei Kunstwerken oder Fotografie als Produkt ist die Beschreibung selbst Teil des Angebots. Dort lohnt es sich, mehr Mühe zu investieren.

So fangen Sie an

Öffnen Sie Ihre Startseite mit dem kostenlosen Prüfwerkzeug WAVE und schauen Sie sich alle Alternativtexte an. Fragen Sie sich bei jedem Bild: Was soll es hier sagen? Den ausführlichen Entscheidungsbaum finden Sie beim W3C (öffnet in neuem Tab). Wie die übrigen Anforderungen aussehen, erklärt der Artikel WCAG 2.2 verständlich.

Wenn Sie Ihre Website prüfen lassen möchten: Ich biete Schnellchecks und Audits nach WCAG 2.2 an.

Häufige Fragen

Was ist ein Alternativtext?

Ein Alternativtext ist eine kurze Beschreibung eines Bildes im Code der Website. Screenreader lesen ihn blinden und sehbehinderten Menschen vor, Suchmaschinen nutzen ihn, um Bilder zu verstehen. Er erscheint auch, wenn ein Bild nicht geladen werden kann.

Wie lang darf ein Alternativtext sein?

Das W3C nennt keine feste Zeichengrenze. Ein Alternativtext sollte so kurz wie möglich und so lang wie nötig sein, meist ein Satz. Komplexe Grafiken wie Diagramme bekommen zusätzlich eine ausführliche Beschreibung im Text der Seite.

Welche Bilder brauchen keinen Alternativtext?

Rein dekorative Bilder, die keine Information tragen, bekommen einen leeren Alternativtext. So überspringen Screenreader sie. Ganz weglassen darf man das Attribut aber nicht, sonst lesen manche Screenreader den Dateinamen vor.

Kann KI Alternativtexte schreiben?

KI kann gute Entwürfe liefern, weil sie Bilder recht zuverlässig beschreibt. Sie weiß aber nicht, wofür ein Bild auf der Seite steht. Ob ein Bild dekorativ ist, eine Funktion hat oder eine Aussage trägt, entscheidet ein Mensch. Das W3C hat dazu keine eigene Empfehlung veröffentlicht.

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