n8n gibt es in zwei Varianten: Sie mieten es als Cloud-Dienst beim Hersteller, oder Sie betreiben es selbst auf einem eigenen Server. Die Cloud kostet ab 20 € im Monat und nimmt Ihnen Updates und Sicherungen ab. Selbst gehostet fällt keine Lizenzgebühr an, dafür zahlen Sie den Server und die Zeit, die jemand für den Betrieb aufwendet. Für die meisten kleinen Betriebe mit wenigen Workflows empfehle ich die Cloud. Wer viele Abläufe hat, sensible Daten im eigenen Haus halten will oder jemanden hat, der sich kümmert, fährt selbst gehostet besser.
Die Kurzantwort
| n8n Cloud | Selbst gehostet | |
|---|---|---|
| Lizenz | im Monatspreis enthalten | Community Edition ohne Gebühr |
| Kosten im Monat | 20 € bis 667 €, je nach Ausführungen | Server plus Pflegezeit |
| Updates und Sicherung | macht n8n | machen Sie oder ein Dienstleister |
| Standort der Daten | EU, Frankfurt am Main | wo Ihr Server steht |
| Grenze | feste Zahl an Ausführungen | Leistung des Servers |
Die Preise gelten bei jährlicher Zahlung, ohne Mehrwertsteuer, Stand Oktober 2026.
Was n8n in der Cloud kostet
n8n rechnet in der Cloud nach Ausführungen ab. Eine Ausführung ist ein kompletter Durchlauf eines Workflows, egal ob er drei oder dreißig Schritte hat. Gezählt werden nur echte Läufe, also durch einen Auslöser oder Zeitplan. Wenn Sie im Editor testen, zählt das nicht.
- Starter: 20 € im Monat, 2.500 Ausführungen
- Pro: 50 € im Monat, 10.000 Ausführungen
- Business: 667 € im Monat, 40.000 Ausführungen
- Enterprise: Preis auf Anfrage
Ein Rechenbeispiel: Ein Workflow, der jede Eingangsrechnung einzeln verarbeitet, läuft bei 300 Rechnungen im Monat 300 Mal. Dazu ein Workflow, der jeden Morgen einen Bericht schickt, macht rund 30 Läufe. Das passt bequem in den Starter-Tarif.
Ein Haken, den viele erst im Betrieb bemerken: Ist das Kontingent in Starter oder Pro aufgebraucht, laufen neue Ausführungen nicht in eine Warteschlange. Sie schlagen fehl, bis am Monatsersten das Kontingent neu startet. Wer knapp kalkuliert, sollte deshalb einen Tarif mit Luft wählen. Die aktuellen Preise stehen auf der Preisseite von n8n (Werbelink) (öffnet in neuem Tab).
Was Selbsthosten wirklich kostet
Die Community Edition von n8n ist ohne Lizenzgebühr nutzbar. Sie läuft unter der Sustainable Use License: erlaubt für eigene interne Geschäftszwecke und private Nutzung. Für einen Betrieb, der seine eigenen Abläufe automatisiert, ist das genau der richtige Fall.
Die Kosten stecken an zwei Stellen:
- Der Server. n8n empfiehlt den Betrieb als Docker-Container. Die Anleitung von n8n für Docker Compose nennt mindestens 4 GB Arbeitsspeicher und 2 Prozessorkerne. Ein virtueller Server dieser Größe kostet bei Anbietern in Deutschland meist einen niedrigen zweistelligen Betrag im Monat.
- Die Zeit. Jemand muss Updates einspielen, Sicherungen prüfen und reagieren, wenn etwas hakt. Das ist der Posten, den fast alle unterschätzen.
Was in der kostenlosen Fassung fehlt: Single Sign-on, getrennte Umgebungen für Test und Betrieb, Versionierung über Git und einige Funktionen für Teams. Für einen Betrieb mit einer Handvoll Workflows vermisse ich davon in der Praxis wenig. Ordner und das Debuggen im Editor schalten Sie mit einer kostenlosen Registrierung frei.
Für Ihren eigenen Vergleich reicht eine Rechnung auf einem Zettel: Serverkosten plus Pflegestunden mal Stundensatz auf der einen Seite, der Cloud-Tarif für Ihre Zahl an Ausführungen auf der anderen. Unterschätzen Sie die Stunden nicht und planen Sie Puffer ein: Ein Update, bei dem etwas klemmt, kostet schnell mehr als die geplante Stunde.
Datenschutz: wo die Daten liegen
Bei der Cloud liegen die Daten laut n8n in der EU, auf Servern in Frankfurt am Main. Selbst gehostet liegen sie dort, wo Ihr Server steht. Ihre Daten verlassen das System dann nur an den Stellen, an denen ein Workflow sie bewusst weitergibt.
Diese Stellen sind beim Datenschutz der eigentliche Punkt, nicht die Frage Cloud oder eigener Server. Ein Workflow, der Rechnungen von einem KI-Modell auslesen lässt, schickt die Rechnung an diesen Anbieter. Das gilt in beiden Varianten. Prüfen Sie für jeden Dienst, den ein Workflow aufruft:
- Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?
- Wo verarbeitet der Anbieter die Daten?
- Brauchen Sie wirklich alle Angaben, oder lassen sich Namen und Kontodaten vor dem KI-Schritt entfernen?
Für viele Betriebe ist die Cloud in Frankfurt datenschutzrechtlich gut vertretbar. Selbst zu hosten lohnt sich vor allem, wenn Personaldaten, Gesundheitsdaten oder Geschäftsgeheimnisse durch die Workflows laufen oder ein Kunde vertraglich verlangt, dass die Daten im eigenen Haus bleiben.
Der Aufwand, über den niemand spricht
Eine n8n-Instanz ist kein Programm, das man einmal installiert und vergisst. Das gehört zum Betrieb:
- Updates: n8n erscheint in kurzen Abständen in neuen Versionen. Größere Sprünge können Bausteine verändern. Vor dem Update eine Sicherung, danach ein kurzer Blick auf die wichtigsten Workflows.
- Sicherungen: die Datenbank mit Workflows und Zugangsdaten, dazu der Schlüssel, mit dem n8n die Zugangsdaten verschlüsselt. Ohne diesen Schlüssel ist eine Sicherung wertlos, weil sich die gespeicherten Zugänge nicht mehr entschlüsseln lassen.
- Erreichbarkeit: Workflows mit Webhooks brauchen eine Adresse im Internet, also HTTPS und einen sauber eingerichteten Zugang. Alles andere bleibt hinter einer Anmeldung.
- Überwachung: Wenn ein Workflow nachts scheitert, sollte das morgens jemand erfahren. n8n kann dafür einen eigenen Fehler-Workflow starten, der eine Nachricht schickt.
Der Server hat übrigens keine Meinung zu Feiertagen. Wenn er an Heiligabend voll läuft, ist das Ihr Heiligabend.
Was ein Dienstleister darf und was nicht
Die Lizenz der Community Edition zieht eine klare Linie. Ein Dienstleister darf n8n auf Ihrem Server einrichten, betreuen und Workflows für Sie bauen. Er darf auch Workflows für Sie auf seiner eigenen Instanz betreiben, solange Sie dort nichts selbst bauen oder ändern. Nicht erlaubt ist, n8n als Plattform anzubieten, auf der Kunden selbst Workflows erstellen, oder n8n unter eigenem Namen weiterzuverkaufen. Die Details stehen in den Lizenzfragen von n8n (öffnet in neuem Tab). So verstehe ich die Angaben von n8n, verbindlich ist der Lizenztext selbst, und im Zweifel klärt das eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt.
Für Sie heißt das: Wenn ein Anbieter Ihnen „n8n-Hosting“ mit eigenem Zugang zum Editor verkauft, fragen Sie nach, unter welcher Lizenz das läuft.
Meine Empfehlung
- Cloud, wenn Sie mit ein bis drei Workflows starten, niemand im Haus Server betreuen will und Ihre Daten nicht besonders sensibel sind. Starter oder Pro reicht dann lange.
- Selbst gehostet, wenn Sie viele Ausführungen haben, sensible Daten verarbeiten oder ohnehin jemanden haben, der Server betreibt. Ab einigen zehntausend Ausführungen im Monat ist der Preisunterschied deutlich.
- Selbst gehostet mit Betreuung, wenn Sie die Kontrolle wollen, aber keine eigene IT haben. Dann übernimmt ein Dienstleister Einrichtung und Pflege auf Ihrem Server.
Ein Wechsel ist später möglich. Workflows lassen sich exportieren und in der anderen Variante importieren, Zugangsdaten müssen Sie neu anlegen.
So fangen Sie an
Zählen Sie, wie oft Ihre geplanten Workflows im Monat laufen würden: pro Rechnung, pro Anfrage, pro Tag. Liegt die Summe unter 2.500 und ist kein besonders sensibler Datensatz dabei, starten Sie mit der Cloud und sammeln Erfahrung. Liegt sie deutlich darüber, rechnen Sie oben den eigenen Server durch.
Wenn Sie dabei Unterstützung möchten: Ich richte n8n für kleine und mittlere Unternehmen ein, in der Cloud oder auf Ihrem eigenen Server, und baue die ersten Workflows mit Ihnen. Einen Überblick über das Werkzeug gibt der Artikel Was ist n8n?.